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Ein Schritt rückwärts - Adoptionsbann für LGBTQ+ in Ungarn

Während andere Länder sich immer mehr in Richtung Gleichberechtigung und Anerkennung von LGBTQ+ entwickeln, so scheint Ungarn das Prinzip nicht verstanden zu haben: das kleine Land am Balaton macht immer mehr Rückschritte und scheint sich auf ein steinzeitliches Lebensideal zuzubewegen.


Photo by iStockImages of Pixabay

Eine schreckliche Historie
Bereits vor wenigen Wochen machte Ungarn damit Schlagzeilen, offiziell aus dem Gesetz die rechtliche Anerkennung das Geschlecht Trans und Inter zu verweigern. Nun ist es den Mitgliedern des EU-Staates unmöglich, das eigene Geschlecht anzupassen. Mehr als drei Viertel der im Parlament ansässigen Abgeordneten stimmten für das Gesetz. Damit verloren sich als Trans oder Inter identifizierende Menschen jegliches Recht auf Anerkennung im eigenen Land.

Der CSD ist wichtiger denn je
Auch der diesjährige CSD steht für die Ungaren unter dem Motto, nun noch stärker für ihre Rechte zu demonstrieren. Viele kommen auch nach Deutschland, weil sie sich von unserem liberalen Staat Unterstützung und Hilfe erhoffen. Vorrangig geht es darum, die Liberalen Rechte in Ungarn zu stärken. Auch in Deutschland unterstützen immer mehr Einrichtungen die lgbtq Bewegung. Zuletzt machten verschiedene lokale und virtuelle casinos auf die Rechte der LGBT Cousine aufmerksam, indem sie neben ihren Online Slots Deutschland einschlägige Dokumentationen und Filme im Casino-Kino oder auf den Webseiten veröffentlichten.

Rückschritte auch beim Adoptionsrecht
Erfolg hatten die Veranstalter damit bisher noch nicht. Denn Ungarn stellt sich quer. Erst vor wenigen Tagen hat die Regierung ein erneutes und Gesetz beschlossen, dass die Verfassung wiederum zum Schlechteren ändern soll. Diesmal geht es um das Adoptionsrecht von gleichgeschlechtlichen Paaren. Bisher durften gleichgeschlechtliche Paare in Ungarn zwar nicht den Bund der Ehe eingehen, aber immerhin ein Kind adoptieren, insofern nur einer der Partner einen Antrag stellte. Im neuen Adoptionsrecht ist nun zu finden, dass sich der eine Partner als Mutter, bzw als die Frau, identifizieren muss, während der andere als Mann im Register eingetragen zu sein hat. Außerdem ist die Adoption nun nur noch verheirateten Paaren vorbehalten. Solange gleichgeschlechtliche Liebende nicht heiraten dürfen, ist für sie automatisch der Kinderwunsch zumindest in Ungarn in weite Ferne gerückt.

Neues Gesetz angeblich auf Bass von Bibel und Verfassung
Die rechte Regierungspartei unter dem Vorsitz von Fidesz, hatte am Dienstag einen entsprechenden Vorschlag als Parlament geschickt, der sofort angenommen wurde. Argumentiert wird, dass die Kinder nach einer christlichen Interpretation von Geschlechterrollen erzogen werden sollen. Ob damit auch einhergeht, dass die Frau hinter den Herd gehört und der Mann als Alleinverdiener die Familie ernährt, bleibt offen. Kritiker sehen dieses Gesetz jedoch zurecht als einen großen Rückschritt. Begründet wurde dieser Gesetzentwurf damit, dass er mit den Werten Ungarns, die in der Verfassung niedergeschrieben worden sind, übereinstimmen würde. Darin heißt es, dass die Ideale Ungarns auf der christlichen Kultur beruhen und die Erziehung in Übereinstimmung mit diesen moralischen Wertvorstellungen einherzugehen hat. Außerdem wird im Gesetzesvorschlag die Ehe als Institution zwischen Mann und Frau beschrieben, die es als Grundlage des nationalen Überlebens unter allen Bedingungen zu schützen gilt. Was sich wie es einem Manifest des Mittelalters liest, wurde trotzdem fast einstimmig vom Parlament abgesegnet.

Umso wichtiger ist es, mit den verbleibenden CSD-Terminen für dieses Jahr nicht nur für die Rechte im eigenen Land zu demonstrieren, sondern noch kameradschaftlich an unsere europäischen Nachbarn zu denken und vielleicht das ein oder andere Wort in den Verkündungen an die ungarische Regierung zu richten.