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Der Europride

Die Europride ist ein europaweit veranstalteter Ableger der Gay Pride Bewegung Christopher Street Day. Seit 1991 wird die Europride vom "Verband europäischer CSD-Organisationen" an eine europäische Stadt, wie in der Vergangenheit beispielsweise London, Berlin und Rom, vergeben. 2016 hält das größte europäische Pride-Event der Gay - und Lesbian Community vom 23. Juli bis zum 7. August zum zweiten Mal Einzug in der niederländischen Hauptstadt Amsterdam.

Ganz dem Vorbild des CSD nachempfunden werden sich Millionen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender (Abgekürzt: LGBTI ), aber auch heterosexuelle Befürworter versammeln, um gemeinsam zu feiern, Spaß zu haben und gemeinsam ein Statement gegen Intoleranz und Homophobie zu setzen, die ja leider immer noch keine Seltenheit in unserer vermeintlich modernen Welt sind.

Während die Größe und die Vielfalt an Attraktionen und Technolastigen Musik- Acts an Karnevalsähnliche Zustände erinnert, ist der Europride genauso wie jeder andere CSD keine reine Partymeile, als die er von Kritikern gerne mal abgestempelt wird, sondern besinnt sich nach wie vor auf seinen Demonstrationscharakter. Schließlich war der Christopher Street Day eine Veranstaltung von großer politischer Bedeutung und hat die Entwicklung der Gay - und Lesbian Community bis heute entscheiden geprägt. Zudem sind die ursprünglichen Werte des Gay Pride heute immer noch zeitgemäß und müssen gerade in Zeiten, in denen konservative politische Bewegungen in Europa wieder auf dem Vormarsch sind, verteidigt und aufrecht erhalten werden.

Genau zu diesem Zwecke sammeln sich die LGBTI ´s dieses Jahr zur Euro pride in Amsterdam, aber auch zu den zahlreichen lokal organisierten CSDs europaweit. In Amsterdam erwarten die Besucher zahlreiche Partys, Konzerte, aber zeitgleich auch Debatten und andere künstlerische Darbietungen, während eine den Ankündigungen zufolge gigantische Parade über die Grachten und weitere Kanäle der Stadt ziehen wird. Besonders im Zentrum der Bemühungen steht der Rosa Samstag. An diesem Tag werden zahlreiche Acts wie Jennie Lena und Pink Samstags- Ikone Anita Meyer, aber auch weitere DJs und Theatergruppen von 11:00 Uhr die Bühne des Open Lucht Theaters betreten, um einen guten Auftakt für das zweiwöchige Event zu liefern. Außerdem begeben sich zahlreiche Mitglieder der Community auf den sogenannten Stolz- Weg, um als vereinte Masse ein Zeichen gegen Homophobie und für Toleranz und Respekt zu setzen. Anschließend wird dann auf dem Dam Platz bis Mitternacht und erfahrungsgemäß darüber hinaus gefeiert.

Ein kleiner Dämpfer der Vorfreude sind einige Stimmen, die größere Gegendemonstrationen ankündigen.Aufgrund der derzeitigen politischen Entwicklungen Europa sollte damit gerechnet werden, dass konservative Gruppen, die die "traditionellen Familienwerte" in Gefahr sieht, ebenso wie die jedes Jahr aufs neue auftauchenden besorgten religiösen, versuchen werden, ihre Ansichten lautstark zu äußern und ein wenig Stinkstiefel spielen. Jedoch zeigen die Gegendemonstrationen aufwesteuropäischen Europrides der letzten Jahre, dass diese Bemühungen in Ansicht der gigantischen Queer- Community ziemlich schnell aufgegeben werden.