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Über den CSD Hong Kong
Der Hong Kong Pride blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Was als klassischer Straßenumzug begann und über Jahre kontinuierlich wuchs, findet inzwischen in anderer Form statt: Statt eines Marsches durch die Straßen der Stadt organisiert das Hong Kong Pride Parade Committee heute vor allem einen sogenannten Rainbow Market – eine Art Messe mit Ständen, Kunst und Begegnungsformaten, die in Innenräumen stattfindet. Hintergrund ist ein verändertes rechtliches Umfeld in Hongkong, das öffentliche Versammlungen insgesamt schwieriger gemacht hat.
Trotz dieser Verschiebung bleibt das Anliegen dasselbe: Sichtbarkeit für queere Menschen in einer Stadt, in der gleichgeschlechtliche Paare zwar seit Jahrzehnten nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden, aber bis heute keine rechtliche Anerkennung ihrer Partnerschaft erhalten und rechtlicher Diskriminierungsschutz nur eingeschränkt existiert. Die Veranstaltung bringt Ausstellungsflächen, Kunstprojekte und Redebeiträge zusammen und hat in der Vergangenheit wiederholt gesellschaftlich relevante Themen aufgegriffen, etwa den Umgang mit dem Lebensende gleichgeschlechtlicher Partnerschaften.
Getragen wird die Veranstaltung vom Hong Kong Pride Parade Committee, einem Zusammenschluss lokaler Organisationen, der über verschiedene Kanäle – von klassischen sozialen Netzwerken bis zu Messenger-Diensten – mit der Community in Kontakt bleibt. Wer sich für aktuelle Termine und den genauen Veranstaltungsort interessiert, findet die verlässlichsten Angaben auf den offiziellen Kanälen des Komitees, da sich Format und Rahmenbedingungen von Jahr zu Jahr ändern können.
Der Hong Kong Pride steht damit exemplarisch für eine Entwicklung, die auch anderswo zu beobachten ist: Wo öffentlicher Raum für Versammlungen schrumpft, verlagert sich queere Sichtbarkeit in andere, oft geschütztere Formate – ohne dass das Anliegen dahinter kleiner wird.
Über Hong Kong
Die Hong Kong Pride Parade, auf Chinesisch 香港同志遊行, ist die wichtigste Pride-Veranstaltung der Sonderverwaltungszone. Sie fällt traditionell in den Herbst, meist in den November. Getragen wird sie von einem Organisationskomitee, an dem mehrere Gruppen der Community beteiligt sind, darunter die Women Coalition of HKSAR, Rainbow of Hong Kong und Gay Harmony.
Die ersten Märsche führten von Causeway Bay nach Wan Chai. Später begann die Parade im Victoria Park und endete im Tamar Park oder an der Edinburgh Place vor der City Hall in Central. Seit einigen Jahren findet kein Marsch mehr statt. Zuerst lehnte die Polizei eine Demonstration ab, dann verhinderten Pandemie-Auflagen größere Versammlungen. Das Komitee wich auf eine Kundgebung, eine virtuelle Ausgabe und Regenbogen-Märkte aus. Später verzichtete es aus Sorge um die Sicherheit der Teilnehmenden ganz auf einen Umzug und organisierte stattdessen Ausstellungen und geführte Rundgänge im Bezirk Kwun Tong.
Heute ist der Regenbogen-Markt das Herzstück. Damit er regelkonform stattfinden kann, ist er als Veranstaltung für Mitglieder des Fanclubs „香港Pride友會“ angelegt. Wer teilnehmen will, registriert sich vorab über die Website des Komitees und erhält den genauen Ort kurz vorher per E-Mail. Jede Ausgabe steht unter einem eigenen Motto, das Komitee benennt dazu Botschafterinnen und Botschafter aus Kultur und Gesellschaft.
Politisch geht es vor allem um die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare. Das oberste Gericht Hongkongs, der Court of Final Appeal, verpflichtete die Regierung, einen rechtlichen Rahmen für gleichgeschlechtliche Partnerschaften zu schaffen. Den daraufhin eingebrachten Gesetzentwurf lehnte der Legislativrat jedoch mit großer Mehrheit ab. Fragen wie Erbrecht, Besuchsrechte im Krankenhaus oder gemeinsamer Antrag auf Sozialwohnungen bleiben deshalb Themen, die das Komitee auf seiner Website ausführlich behandelt.
Homosexualität ist in Hongkong seit Anfang der Neunzigerjahre legal. Einzelne Rechte haben gleichgeschlechtliche Paare über Gerichtsurteile erhalten, etwa das Recht auf ein Ehegattenvisum und Leistungen für die Partner von Regierungsangestellten.
Häufige Fragen zum CSD Hong Kong
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