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Über Split
Split Pride ist nach Zagreb der zweite Pride-Marsch Kroatiens und hat eine Geschichte, die man in der Stadt bis heute kennt. Beim ersten Marsch gingen rund dreihundert Menschen auf die Straße. Ihnen standen etwa zehntausend Gegendemonstranten gegenüber, die Steine, Flaschen, Dosen und Tränengas warfen. Mehrere Aktivisten und Journalisten wurden leicht verletzt, die Polizei nahm Hunderte Angreifer fest, und der Marsch musste abgebrochen werden. Die Polizei geriet danach in die Kritik, weil sie die Teilnehmenden zu schlecht geschützt hatte.
Ein Jahr später kam die Wende. Rund siebenhundert Menschen marschierten unter starkem Polizeischutz, mehrere Ministerinnen und Minister sowie der damalige Staatspräsident stellten sich hinter die Veranstaltung, und es blieb friedlich. Kurz darauf lief mit dem Bürgermeister von Split erstmals ein kroatisches Stadtoberhaupt beim Pride mit. Seitdem verlaufen die Märsche ruhig, und auch der heutige Bürgermeister hat sich offen dazu bekannt.
Organisiert wurde der erste Marsch von den Zagreber Gruppen Kontra und Iskorak zusammen mit der feministischen Organisation Domine. Später übernahm die Initiative Rišpet aus Split, die inzwischen aufgelöst ist. Heute steht das LGBT Centar Split hinter dem Pride. Aus dem einzelnen Marschtag ist ein Pride-Monat im Juni geworden, mit Drag-Abenden, Workshops, Vorträgen zu PrEP und PEP, Ausstellungen und Filmabenden. Den Abschluss bildet der Marsch, der im Stadtpark Đardin beginnt und endet, danach folgen Konzert und Aftershow-Party.
Die Themen haben sich mit der Zeit verschoben: weg vom reinen Recht auf Sichtbarkeit, hin zu Gewalt auf der Straße, Schule und Bildung sowie dem Abstand zwischen Gesetzen und Alltag. In Kroatien können gleichgeschlechtliche Paare eine Lebenspartnerschaft eingehen, die der Ehe in vielen Bereichen gleichgestellt ist. Die Ehe selbst ist durch die Verfassung Mann und Frau vorbehalten.
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