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Über Iquitos
Iquitos hat eine der älteren Pride-Traditionen im peruanischen Amazonasgebiet. Die Marcha del Orgullo der Stadt gibt es seit rund zwei Jahrzehnten, sie findet jedes Jahr Ende Juni statt, also im internationalen Pride-Monat. In den vergangenen Jahren hat das lokale Kollektiv CHERL den Marsch organisiert und vorab in der Lokalpresse angekündigt.
Treffpunkt ist üblicherweise die Plaza 28 de Julio im Zentrum, am späten Nachmittag. Von dort zieht der Demonstrationszug durch die Innenstadt, unter anderem über die Straßen Grau, Próspero und Napo sowie über die Plaza de Armas, und endet nach einer Schleife durch weitere zentrale Straßen. Eine Anmeldung braucht es nicht. Die Organisatoren betonen, dass alle mitlaufen können, die Lust dazu haben: queere Menschen aus Iquitos, ihre Familien und Verbündete.
Der Marsch versteht sich als politische Aktion, nicht als Straßenfest mit Bühnenprogramm. Die Forderungen richten sich vor allem an die Stadtverwaltung und die Regionalregierung von Loreto. Das Kollektiv verlangt, dass bereits beschlossene Maßnahmen für Inklusion auch umgesetzt werden, und fordert mehr gemeinsame Anstrengungen gegen Mobbing an Schulen, Instituten und Universitäten. Peru erkennt gleichgeschlechtliche Partnerschaften bis heute rechtlich nicht an, und auch außerhalb Limas sind solche Forderungen für die Community ein wichtiges Thema.
Wer zur Pride-Zeit nach Iquitos reisen will, sollte wissen, dass die Stadt nicht über eine Straße erreichbar ist. Man kommt nur mit dem Flugzeug oder per Boot auf dem Amazonas hierher. Das genaue Datum und die Route werden meist erst kurz vorher bekanntgegeben, deshalb lohnt sich ein Blick in lokale Nachrichtenportale aus Loreto oder in die Kanäle der örtlichen Kollektive. Größere Begleitprogramme wie in Lima gibt es in Iquitos nicht. Gerade deshalb hat der Marsch für die Menschen vor Ort Gewicht: Er ist einer der wenigen Tage im Jahr, an denen die queere Community der Stadt öffentlich sichtbar auftritt.
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