CSD Neubrandenburg 2027
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Über den CSD Neubrandenburg
Neubrandenburg teilt sich seine Pride mit der Nachbarstadt Neustrelitz: Der Demonstrationszug findet abwechselnd in einer der beiden Städte in der Mecklenburgischen Seenplatte statt. Getragen wird die Veranstaltung von queerNB, einem Verein mit Sitz in Neubrandenburg.
Die Geschichte queerer Sichtbarkeit in der Region reicht weiter zurück, als man vermuten würde. Schon lange bevor es eine Demonstration gab, feierte Neubrandenburg ein queeres Straßenfest. Aus diesem Fest wuchs später die erste CSD-Demonstration der Region, zunächst in Neustrelitz, ein Jahr darauf auch in Neubrandenburg selbst. Seitdem wechseln sich beide Städte im Jahresrhythmus als Austragungsort ab, sodass keine der beiden Städte die Veranstaltung dauerhaft für sich beansprucht.
Der Marktplatz in der Innenstadt bildet regelmäßig den zentralen Ort der Veranstaltung, mit Kundgebung, Infoständen und einem Kulturprogramm im Anschluss an den Demonstrationszug. queerNB versteht sich dabei nicht nur als Veranstalter eines jährlichen Termins, sondern als ganzjährige Anlaufstelle für queere Menschen in einer Region, die eher ländlich geprägt ist und in der die nächste Großstadt weit entfernt liegt. Beratung, Vernetzung und offene Treffen laufen das ganze Jahr über, der Demonstrationszug ist nur der sichtbarste Teil der Vereinsarbeit.
Gerade der Wechsel zwischen zwei Städten macht die Pride in der Mecklenburgischen Seenplatte zu etwas Besonderem: Sichtbarkeit wird nicht auf einen Ort konzentriert, sondern bewusst zwischen zwei Städten geteilt, damit queeres Leben in der ganzen Region sichtbar bleibt und nicht nur einmalig an einem Fleck stattfindet. Für Teilnehmende bedeutet das auch: Wer den Termin verfolgen will, muss jedes Jahr neu hinschauen, wo er stattfindet.
Über Neubrandenburg
Neubrandenburg hat in der queeren Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns einen besonderen Platz: Hier fand Ende der 1990er-Jahre der erste landesweite Christopher Street Day des Bundeslandes statt. Das Motto lautete „Queer durchs Land“. Koordiniert hat ihn die Initiative Rosa-Lila, gemeinsam mit weiteren Gruppen aus dem Land, darunter die Volleyballgruppe „Wallabys“, ein Lesbentreff, der Regenbogen e.V. und die AIDS-Hilfe Neubrandenburg.
Eine Parade gab es damals nicht. Der erste CSD war ein Wochenende mit Veranstaltungen zu queeren Themen und einer Infomeile mit Ständen in der Turmstraße. In den folgenden Jahren wuchs das Programm zu einer ganzen Woche. Zeitweise zog der CSD auch durch die Region und machte in Neustrelitz, Waren und Pasewalk Station. Als die Initiative Rosa-Lila neue Räume in der Friedländer Straße bezog, fand dort das erste Straßenfest statt. Ende der 2000er-Jahre schlief die Reihe ein.
Nach zwölf Jahren Pause belebte der Verein queerNB den CSD Ende der 2010er-Jahre neu. Seitdem gibt es wieder einen Demonstrationszug, der am Marktplatz beginnt und durch die Innenstadt führt. Im Umfeld des Haupttags läuft eine Aktionswoche mit CSD-Gottesdienst, Workshops zur queeren Geschichte, Karaoke und dem Hissen der Regenbogenflagge am Rathaus. Nach der Demonstration öffnet eine Info- und Kulturmeile an der Konzertkirche mit Ständen von Vereinen, politischen Gästen und Bühnenprogramm, abends folgen eine Party unter freiem Himmel und eine Aftershow-Party im Foyer des Schauspielhauses.
Selbstverständlich ist diese Sichtbarkeit nicht. Einmal wurde in der Stadt eine Regenbogenflagge gestohlen und durch eine Nazi-Flagge ersetzt. Der Verein reagierte mit dem Satz, man lasse sich nicht einschüchtern, und stimmt die Demonstration mit Polizei und einem Sicherheitsdienst ab.
Häufige Fragen zum CSD Neubrandenburg
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