Termin 2027
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Über den CSD Curitiba
Die Parada da Diversidade in Curitiba gilt als eine der ersten LGBT+-Paraden Brasiliens überhaupt. Ihre Entstehung fällt zeitlich mit der Gründung des brasilianischen Dachverbands ABGLT zusammen. Aus einer kleinen Gruppe von wenigen Dutzend Menschen ist über die Jahre eine Veranstaltung geworden, die regelmäßig Zehntausende in die Innenstadt zieht.
Organisiert wird die Parade von der Associação Paranaense da Parada da Diversidade (APPAD). Ausgangspunkt ist traditionell die Praça 19 de Dezembro im Centro Cívico der Stadt, von wo aus sich der Umzug in Richtung Innenstadt bewegt, meist entlang der Avenida Cândido de Abreu oder der Avenida Marechal Deodoro. Die genaue Route variiert von Ausgabe zu Ausgabe.
Wie bei vielen brasilianischen Pride-Umzügen prägen Trio-Elétrico-Wagen das Bild: große Lautsprecherfahrzeuge mit Bühne, auf denen DJs, Drag-Künstler:innen und Sänger:innen auftreten, während sich der Zug durch das Zentrum Curitibas bewegt. Jede Ausgabe steht unter einem eigenen politischen Jahresmotto, das aktuelle Themen der LGBT+-Bewegung aufgreift, von Wahlrecht über Gesundheitsversorgung bis zu den Belangen älterer queerer Menschen.
Die Parade ist fest im politischen und kulturellen Leben Curitibas verankert. Der Stadtrat hat sich mehrfach mit einer möglichen Anerkennung als immaterielles Kulturerbe der Stadt befasst. Zu unterscheiden ist die Parada da Diversidade von der separaten Marcha pela Diversidade, einer zweiten, jüngeren Veranstaltung in Curitiba, die von einer anderen Organisation getragen wird und zu einem anderen Zeitpunkt im Jahr stattfindet.
Über Curitiba
Curitiba, die grüne Metropole im Süden Brasiliens, feiert den Christopher Street Day (CSD) als lebendiges Symbol der Vielfalt und Akzeptanz. Die Pride-Paraden ziehen Tausende Menschen in die Straßen, wo Regenbogenflaggen wehen und Musik die Luft erfüllt. Diese Veranstaltungen verbinden Feier mit politischem Engagement und erinnern an den Kampf für Rechte und Sichtbarkeit der LGBTQ+-Community.
Die queere Szene in Curitiba hat sich über Jahre zu einer starken Kraft entwickelt. Frühe Treffen in privaten Räumen und kleinen Bars legten den Grundstein für eine organisierte Bewegung. Heute umfasst sie Vereine, die sich für Bildung, Gesundheit und Anti-Diskriminierung einsetzen. Besonders die Integration von Trans- und Bisexuellen-Personen prägt die lokale Geschichte, die von Mut und Solidarität gezeichnet ist. Curitiba steht für eine inklusive Community, die Familien und Allianzen einbezieht.
Deutsche Besonderheiten machen den CSD in Curitiba einzigartig. Viele Deutschbrasilianer, Nachkommen von Einwanderern aus dem 19. Jahrhundert, bringen Traditionen wie Oktoberfest-Elemente in die Pride-Events ein. Es gibt Kooperationen mit deutschen Vereinen, die Lederpartys oder Kulturabende organisieren. Besucher aus Deutschland fühlen sich durch vertraute Klänge und Biere willkommen, während lokale Drag-Shows mit deutschen Liedern für crosskulturelle Momente sorgen. Diese Fusion schafft eine Brücke zwischen Kulturen und stärkt die internationale Solidarität.
Die Paraden starten oft im Stadtzentrum und ziehen durch belebte Viertel wie Batel oder Centro. Mit Trios Elétricos – mobilen Soundanlagen auf Trucks – pulsiert Samba und Techno durch die Menge. Workshops zu sicheren Praktiken und Kunstinstallationen ergänzen das Programm. Der CSD Curitiba fördert Dialog mit der Gesellschaft und bekämpft Vorurteile in einer Region, wo konservative Einflüsse spürbar sind. Er bleibt ein Ort der Hoffnung und des stolzen Ausdrucks.
Häufige Fragen zum CSD Curitiba
Aus dem Magazin
Erste Hilfe beim CSD: Was Veranstalter und Besucher vorbereiten sollten
Ein CSD ist ein langer, heißer, voller Tag. Die meisten Zwischenfälle bleiben harmlos — wenn Veranstalter einen Sanitätsdienst auf die Beine stellen und Besucher wissen, wann sie Hilfe holen. Ein Leitfaden zu Vorbereitung, Hitzekrankheit und Gedränge.
Christopher Street Liberation Day 1970: Der erste Pride-Marsch
Ein Jahr nach Stonewall zogen am 28. Juni 1970 in New York ein paar Tausend Menschen die Sixth Avenue hinauf. Ohne Wagen, ohne Musik, mit einem Transparent: CHRISTOPHER STREET GAY LIBERATION DAY 1970. Wie aus diesem Wagnis der weltweite Pride wurde.
Der erste CSD 1979 in Berlin: Vom Protest zur Tradition
Am 30. Juni 1979 zogen in Berlin rund 450 Menschen zum ersten Christopher Street Day. Ein Rückblick auf den Anfang einer Bewegung, die Paragraf-175-Forderung und die Entwicklung vom Protest zur Massendemonstration.