Februar 2026
Juni 2026
Die Pride-Bewegung in Indien hat eine bewegte Geschichte, die von mutigen Aktivisten geprägt ist, die trotz gesetzlicher Repression für Rechte kämpften. Der erste CSD in Indien fand am 2. Juli 1999 in Kolkata statt: Die Kolkata Rainbow Pride Walk, organisiert von Pawan Dhall mit nur 15 Teilnehmern in gelben T-Shirts mit pinken Dreiecken. Diese Friendship Walk war ein Meilenstein in Südostasien und ein Signal gegen die Kriminalisierung der Homosexualität durch Paragraph 377 des Strafgesetzbuches, das britische Kolonialerbe war.
In den folgenden Jahren wuchs die Bewegung. 2005 organisierte die Queer Azaadi March in Mumbai den ersten großen Aufstand, der Petitionen, Slogans und Kerzenleuchten umfasste. 2008 folgten koordinierte CSDs in Delhi, Bengaluru, Kolkata und Puducherry mit rund 2500 Teilnehmern. Der Höhepunkt kam 2009, als das Delhi High Court Paragraph 377 für verfassungswidrig erklärte und Homosexualität de facto entkriminalisierte – ein Sieg, der von Naz Foundation und Humsafar Trust vorangetrieben wurde. Doch 2013 hob das Supreme Court dies auf, was zu neuen Protesten führte, wie dem Global Day of Rage.
2017 schützte das Supreme Court sexuelle Orientierung als Teil des Persönlichkeitsrechts, und 2018 wurde Paragraph 377 endgültig gestrichen: Homosexualität ist legal. Heute finden jährliche CSDs in Städten wie Mumbai, Delhi, Bengaluru, Chennai, Hyderabad und Guwahati statt, oft mit Tausenden Teilnehmern, Regenbogenflaggen und Forderungen nach Ehegleichstellung und Anti-Diskriminierungsgesetzen. In Guwahati, im Nordosten, protestieren sie auch gegen militärische Gesetze wie AFSPA.
Aus deutscher Perspektive ist Indiens Pride-Szene inspirierend: Viele queere Deutsche reisen zu Events wie dem Mumbai Pride, um Solidarität zu zeigen. Deutsche Organisationen wie der LSVD unterstützen indische Aktivisten durch Kampagnen und Austausch. Trotz Fortschritten bleibt Diskriminierung in konservativen Kreisen ein Thema, doch die Bewegung wächst und verbindet Tradition mit globaler Queerness.