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Über Dolo
Dolo hat einen eigenen Pride, und das ist für eine Kleinstadt mit rund 15.000 Einwohnern bemerkenswert. Der Riviera Pride entstand mitten in der Corona-Pandemie, beim ersten Mal noch als Kundgebung ohne Umzug. Seitdem findet er jedes Jahr im Frühsommer statt und ist inzwischen ein fester Termin an der Riviera del Brenta.
Organisiert wird er vom Collettivo Artemisia, einem transfeministischen Kollektiv aus der Region. Die Gruppe hat sich bewusst für die Provinz entschieden. Auf dem Land ist es schwerer, queere Anliegen sichtbar zu machen, als in Padua oder Venedig, und genau deshalb soll der Pride hier stattfinden. Das Selbstverständnis ist politisch: transfeministisch, antikolonial und intersektional. Finanziert wird die Veranstaltung weitgehend über Spendenaufrufe des Kollektivs.
Mittelpunkt ist die Piazza Cantiere in der Nähe des alten Squero, der historischen Bootswerft am Brenta-Kanal. In einer früheren Ausgabe zog der Demonstrationszug vom Parkplatz an den Sportanlagen dorthin, auf dem Platz folgten Redebeiträge und Musik. Das Kollektiv lädt jedes Jahr Vereine, Gruppen und Initiativen ein, sich dem Umzug anzuschließen. Die genaue Route und das Datum werden meist einige Wochen vorher bekanntgegeben, am zuverlässigsten über die Kanäle von Artemisia.
Wer mehr Programm sucht, findet es in der Nachbarschaft. In Padua organisiert Arcigay Tralaltro den dortigen Pride und über den Sommer das Padova Pride Village, eines der größten queeren Festivals Italiens. Beides lässt sich von Dolo aus in etwa einer halben Stunde erreichen. Der Riviera Pride ist kleiner und nachbarschaftlicher als diese Großveranstaltungen, und gerade das macht ihn für viele aus der Umgebung wichtig.
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