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Über den CSD Riga
Riga Pride ist die landesweite Pride-Veranstaltung Lettlands und findet jedes Jahr im Juni statt. Organisiert wird sie von Mozaīka, der nationalen Interessenvertretung für LGBT-Rechte in Lettland, gemeinsam mit weiteren Gruppen aus der Community. Treffpunkt für den Umzug ist die Esplanade, ein zentraler Park im Herzen Rigas, von dem aus sich der Zug durch die Innenstadt bewegt.
Die Geschichte von Riga Pride ist eng mit der von Baltic Pride verknüpft, das zwischen den drei baltischen Hauptstädten Riga, Vilnius und Tallinn wechselt. In den ersten Jahren stieß die Veranstaltung auf offenen Widerstand: Vertreter der Stadt und der Regierung versuchten, sie zu untersagen, ein Gericht hob den Versuch jedoch auf, und Gegendemonstrationen begleiteten die frühen Ausgaben. Diese Phase liegt inzwischen deutlich zurück – Riga war später sogar Gastgeberin der europaweiten EuroPride, der ersten Ausgabe in einem ehemaligen Staat der Sowjetunion.
Seither ist die Teilnehmerzahl stetig gewachsen: Aus anfänglich einigen hundert Teilnehmenden sind über die Jahre mehrere Tausend geworden, die durch die Stadt ziehen. Rund um den eigentlichen Umzugstag gibt es meist ein begleitendes Programm mit Filmvorführungen, Podiumsgesprächen und weiteren Veranstaltungen, die sich mit queerem Leben in Lettland und der Region auseinandersetzen.
Für Besucherinnen und Besucher ist Riga Pride damit sowohl politische Demonstration als auch Fest – ein Ereignis, das die Entwicklung der lettischen LGBT-Bewegung sichtbar macht, ohne dass die frühere Kontroverse ganz verschwunden wäre: Konservative Stimmen in Politik und Gesellschaft kommentieren die Veranstaltung bis heute kritisch.
Über Riga
Die erste Pride in Riga fand Mitte der 2000er-Jahre statt und war von Anfang an umstritten. Der damalige Ministerpräsident Aigars Kalvītis sprach sich öffentlich dagegen aus, die Stadt zog die Genehmigung zurück, und erst ein Gericht machte den Marsch wieder möglich. Auf der Straße standen den Teilnehmenden deutlich mehr Gegendemonstranten gegenüber. Aus dieser Erfahrung heraus gründeten Menschen aus der Community die Organisation Mozaīka, die sich seitdem für die Rechte queerer Menschen in Lettland einsetzt und bis heute die Pride in Riga organisiert.
Im Jahr darauf untersagten die Behörden die Veranstaltung. Im selben Zeitraum änderte Lettland seine Verfassung und definierte die Ehe ausdrücklich als Verbindung von Mann und Frau. Gleichzeitig kam ein Diskriminierungsverbot im Arbeitsrecht, das auch die sexuelle Orientierung erfasst. Beim nächsten Anlauf verlief die Pride friedlich, und erstmals waren die Teilnehmenden in der Überzahl, auch wenn eine separate Gegenveranstaltung mehr Menschen anzog.
Seit Ende der 2000er-Jahre gibt es die Baltic Pride. Sie wechselt jährlich zwischen Riga, Vilnius und Tallinn und wird von Mozaīka gemeinsam mit der Lithuanian Gay League und der Estonian LGBT Association getragen. Den ersten Marsch unter diesem Namen in Riga musste ebenfalls ein Verwaltungsgericht erlauben. Mitte der 2010er-Jahre richtete Riga die EuroPride aus, als erste Stadt in einem ehemaligen Sowjetstaat. Diesmal kamen Tausende, die Proteste blieben klein.
Auch rechtlich hat sich einiges bewegt. Der Diskriminierungsschutz wurde später auf Hassrede und mittelbare Benachteiligung ausgeweitet. Seit Mitte der 2020er-Jahre können gleichgeschlechtliche Paare in Lettland eine eingetragene Partnerschaft eingehen, die ähnliche Rechte wie die Ehe bringt, allerdings ohne Adoptions- und Erbrecht. Die Pride in Riga ist damit weiterhin auch eine politische Demonstration. Wer sie besucht, erlebt neben Marsch und Partys oft Diskussionen und Filmabende, die in der Pride-Woche rund um die Parade stattfinden.
Häufige Fragen zum CSD Riga
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