September 2026

Belgrad Pride / CSD Belgrad

Belgrad Pride 2026 / CSD Belgrad 2026

19. September 2026
Belgrad, Serbien
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Die Geschichte der LGBTQ+-Rechte in Serbien ist geprägt von Unterdrückung und mutigem Widerstand. Homosexualität wurde erstmals 1860 kriminalisiert und blieb bis 1994 strafbar, mit einer kurzen Entkriminalisierung in der Vojvodina 1977. Die Dekriminalisierung im gesamten Land markierte einen Wendepunkt, doch gesellschaftliche Akzeptanz fehlt weitgehend. Anti-Diskriminierungsgesetze seit 2009 und Hasskriminalitätsstrafen seit 2012 bieten rechtlichen Schutz, aber gleichgeschlechtliche Partnerschaften oder Adoptionen werden nicht anerkannt.

Die Pride-Bewegung begann 2001 mit dem ersten CSD in Belgrad, der in Gewalt endete: Ultranationalisten attackierten die Teilnehmer, viele landeten im Krankenhaus. In den Folgejahren wurden CSDs wiederholt verboten – 2009, 2011, 2012 und 2013 – aus Sicherheitsgründen. Dennoch fanden Aktivisten kreative Wege: Mini-Pride-Paraden, Flashmobs mit Regenbogenballons oder symbolischen Hochzeiten auf der Knez-Mihailova-Straße. Der Durchbruch kam 2014 mit dem ersten erfolgreichen CSD in Belgrad unter starkem Polizeischutz. Seitdem etablierten sich jährliche Veranstaltungen, darunter EuroPride 2022, das trotz Bedrohungen friedlich verlief.

Aus deutscher Perspektive ist Serbiens CSD-Szene beeindruckend resilient. Deutsche CSD-Organisatoren wie aus Berlin oder Köln haben Kontakte geknüpft, Austauschprogramme initiiert und Solidarität gezeigt. Viele Serben flohen in die Bundesrepublik, wo sie sich sicher fühlen – Umfragen zeigen, dass nur 38 Prozent der Serben gleiche Rechte für LGBTQ+-Personen fordern. Die Serbisch-Orthodoxe Kirche hetzt weiter gegen "Sünden von Sodom", doch junge Aktivisten fordern Reformen. Belgrader Pride 2023 demonstrierte Fortschritt, doch 68 Angriffe zwischen 2022 und 2023 mahnen zur Vorsicht. Die Bewegung wächst, getragen von Hoffnung auf eine inklusivere Zukunft.