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Trans Day of Remembrance: Woher der Gedenktag kommt und wie du teilnehmen kannst

4 Min Lesezeit

Bild: Photo by SHOX ART on Pexels (Quelle) · Pexels License

Jedes Jahr um den 20. November erinnern Mahnwachen an getötete trans Menschen. Ursprung des Tages, aktuelle Zahlen des Trans Murder Monitoring und praktische Hinweise zur Teilnahme (Stand Oktober 2026).

Jedes Jahr um den 20. November werden in vielen Städten Kerzen angezündet und Namen vorgelesen. Der Trans Day of Remembrance (TDoR) erinnert an trans Menschen, die wegen ihrer Identität getötet wurden. Ein Fest oder eine Parade ist das nicht, sondern ein Gedenktag. Woher er kommt, was die Zahlen sagen, wie er begangen wird und wie du teilnehmen kannst, steht hier. Stand ist Oktober 2026.

Woher der Tag kommt

Am Anfang stand ein Mord: Rita Hester, eine schwarze trans Frau aus Boston, wurde am 28. November 1998 in ihrer Wohnung erstochen. Durch ihren Tod und ähnliche Fälle wurde sichtbar, wie oft trans Menschen, besonders trans Frauen of Color, getötet werden und wie schnell man sie vergisst.

Die trans Frau Gwendolyn Ann Smith aus San Francisco antwortete mit dem Online-Gedenkprojekt „Remembering Our Dead“. 1999 organisierte sie mit der Aktivistin Penni Ashe Matz die erste Gedenkveranstaltung. Je nach Quelle fand sie am 20. oder am 28. November statt; die Enzyklopädie der Stadt Cleveland nennt den 28. November, den ersten Jahrestag von Hesters Tod, mit Mahnwachen im Castro-Viertel in San Francisco und in Boston. Bei Kerzenlicht las man die Namen von trans Menschen vor, die in den Jahren zuvor getötet worden waren.

Bis heute ist das der Kern. Inzwischen begeht man den Tag jährlich um den 20. November in Hunderten Städten weltweit.

Was die Zahlen sagen

Seit 2009 sammelt die Organisation Transgender Europe (TGEU) im Projekt Trans Murder Monitoring gemeldete Tötungen von trans und geschlechtsdiversen Menschen. Die Ausgabe 2025 erschien im November 2025, kurz vor dem Gedenktag, und umfasst den Zeitraum vom 1. Oktober 2024 bis zum 30. September 2025. Sie nennt unter anderem:

  • 281 gemeldete Tötungen, im Vorjahreszeitraum waren es 350.
  • 68 Prozent der Fälle in Lateinamerika und der Karibik, allein 30 Prozent in Brasilien.
  • 51 Fälle in Asien, die einzige Region mit Anstieg.
  • 31 Fälle in den USA, zuvor 41.
  • 5 Fälle in Europa, so wenige wie seit Beginn der Erfassung 2009 nicht.
  • Sexarbeiter:innen machten 34 Prozent der Betroffenen aus, Aktivist:innen 14 Prozent, nach 9 Prozent 2024 und 6 Prozent 2023.
  • Seit 2009 hat TGEU insgesamt 5.322 Tötungen erfasst.

Eine amtliche Statistik sind diese Zahlen nicht. TGEU weist selbst darauf hin, dass nur gemeldete Fälle zählen, und nennt fehlende staatliche Daten, falsche Geschlechtsangaben in Berichten und mangelhafte Medienberichte als Gründe dafür, dass die tatsächliche Zahl vermutlich deutlich höher liegt. Auch der Rückgang von 350 auf 281 lässt sich nicht einfach als Besserung lesen, denn Erfassungsmethode und Zeitraum unterscheiden sich.

Wie der Tag begangen wird

Üblich sind vier Formen:

  1. Verlesung der Namen. Im Zentrum steht, die Namen der Getöteten laut zu nennen.
  2. Kerzen und Schweigeminuten. Bei Mahnwachen werden Kerzen entzündet.
  3. Kundgebungen und Märsche. In Frankfurt lud die Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität (dgti) zu einer Kundgebung auf der Zeil, bei der man Namen verlas. In Mannheim fand 2025 ein Gedenkmarsch am 22. November statt, Start 16 Uhr auf dem Marktplatz.
  4. Veranstaltungsreihen. Die Trans*Aktionswochen Rhein-Neckar laufen 2026 vom 1. bis 22. November mit Workshops, Vorträgen und Filmvorführungen in Heidelberg und Mannheim, mit dem Gedenktag am 20. November als Mittelpunkt.

Termine in deiner Nähe findest du bei trans Gruppen und queeren Zentren vor Ort. Nicht jede Stadt hat eine Veranstaltung am 20. November selbst; manche legen sie auf das nächste Wochenende, wie Mannheim 2025.

So kannst du teilnehmen

  • Komm hin, auch wenn du nicht betroffen bist. Solidarität zählt, und stille Anwesenheit ist ein Beitrag.
  • Lies Namen, nicht nur Zahlen. Zahlen können abstumpfen. Wer kann, nimmt sich Zeit für die Namen und Geschichten.
  • Benutze den richtigen Namen. Wer erinnert wird, soll so genannt werden, wie die Person leben wollte. Falsche Namen und Pronomen in Berichten sind ein Teil des Problems, das TGEU benennt.
  • Frag vorher nach dem Rahmen. Manche Gedenkveranstaltungen sind nur für trans Menschen, andere offen für alle.
  • Achte auf dich. Der Tag kann belasten. Plane danach Zeit für ein Gespräch ein.

Anlaufstellen

  • Transgender Europe (TGEU): Hintergründe und der Bericht zum Trans Murder Monitoring.
  • Bundesverband Trans*: Informationen und Beratungshinweise.
  • dgti: Beratung und Selbsthilfe.

Wer selbst von Gewalt betroffen ist, wendet sich an die Polizei, bei akuter Gefahr an die 112. Beratungsstellen für Gewaltbetroffene helfen auch, wenn du nicht sofort anzeigen willst.

Häufige Fragen

Ein Gedenktag, der jährlich um den 20. November an trans Menschen erinnert, die wegen ihrer Identität getötet wurden. Üblich sind Mahnwachen mit Kerzen und die Verlesung der Namen.
Nach dem Mord an Rita Hester am 28. November 1998 in Boston startete Gwendolyn Ann Smith das Projekt „Remembering Our Dead“ und organisierte 1999 mit Penni Ashe Matz die erste Gedenkveranstaltung.
Das Trans Murder Monitoring von TGEU zählte für den Zeitraum 1. Oktober 2024 bis 30. September 2025 weltweit 281 gemeldete Tötungen. Die tatsächliche Zahl dürfte höher liegen.
Das hängt von der Veranstaltung ab. Manche Gedenkveranstaltungen sind offen für alle, andere richten sich an trans Menschen. Frag beim Veranstalter nach.
Bei trans Gruppen und queeren Zentren vor Ort. Beispiele sind die Trans*Aktionswochen Rhein-Neckar (1. bis 22. November 2026) oder Kundgebungen der dgti.
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Zuletzt geprüft: 17. Oktober 2026

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