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Über den CSD Ulaanbaatar
Der Pride in Ulaanbaatar ist die einzige regelmäßig stattfindende Pride-Veranstaltung Zentralasiens. Getragen wird sie vom LGBT Centre Mongolia, einer Organisation, die erst nach mehreren abgelehnten Anträgen offiziell registriert wurde. Die Behörden hatten den ursprünglichen Namen zunächst als Widerspruch zu „mongolischen Traditionen“ abgelehnt.
Der Equality Walk bildet den Kern der Veranstaltung, ergänzt um ein Konzert, ein Filmfestival, Theateraufführungen und Kunstausstellungen. Treffpunkt und Route waren in der Vergangenheit meist auf dem zentralen Sühbaatar-Platz angesiedelt. Über mehrere Jahre hinweg verweigerten die Behörden dem Marsch jedoch die Genehmigung; erst nach juristischen Auseinandersetzungen konnte er wieder stattfinden, diesmal in Zusammenarbeit mit der nationalen Menschenrechtskommission und der Stadtverwaltung.
Rechtlich ist einvernehmlicher gleichgeschlechtlicher Sex in der Mongolei seit den frühen Neunzigerjahren nicht mehr strafbar. Seit einer späteren Gesetzesänderung gelten sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität zudem als Grund für eine Strafverschärfung bei Hasskriminalität. Eine rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften gibt es jedoch nicht, die Verfassung definiert Ehe weiterhin als Verbindung von Mann und Frau. Trans Personen können ihre Dokumente anpassen lassen, allerdings nur nach einem medizinischen Eingriff.
Der Ausschuss der Vereinten Nationen für Menschenrechte forderte die Mongolei zuletzt auf, die Versammlungsfreiheit für queere Menschen ausdrücklich zu gewährleisten, auch mit Blick auf den jährlichen Equality Walk. Umfragen und Berichte queerer Jugendlicher zeigen weiterhin hohe Diskriminierungserfahrung im Alltag. Der Pride in Ulaanbaatar bleibt damit ebenso Fest wie politisches Statement.
Über Ulaanbaatar
Pride in Ulaanbaatar heißt Equality & Pride Days. Ausgerichtet wird das Programm vom LGBT Centre, der ersten und lange einzigen Menschenrechtsorganisation für sexuelle und geschlechtliche Minderheiten in der Mongolei. Die Pride-Tage liegen im Spätsommer, meist vom Ende des August bis in den Anfang des September, und verteilen sich über gut eine Woche.
Zum Programm gehören Gemeinschaftstheater, Podiumsdiskussionen und ein queeres Filmfestival, das unter dem Namen „Beyond the Blue Sky“ gelaufen ist. Dazu kommt eine Pride-Party, die zu den größten queeren Abenden der Stadt zählt. Parallel startet das Centre eine Sichtbarkeitskampagne mit Plakaten an Bushaltestellen, Werbetafeln und Hauswänden. Diese Plakate werden oft beschmiert, und in sozialen Medien fallen die Reaktionen häufig feindselig aus.
Der Marsch für Gleichberechtigung war lange der sichtbarste Teil. Den ersten Pride-Marsch des Landes organisierte das Centre gemeinsam mit der Nationalen Menschenrechtskommission. Über mehrere Jahre fand danach kein Marsch statt, zuerst wegen der Pandemie, dann weil die Behörden die Genehmigung verweigerten. Das Centre klagte zweimal und gewann ein Verfahren. Ob und wo ein Marsch stattfindet, entscheidet sich deshalb von Jahr zu Jahr, und die Ankündigungen des Centres sind die verlässlichste Quelle dafür.
Rechtlich steht die Mongolei auf dem Papier recht gut da: Das Strafgesetzbuch verbietet Hassverbrechen und Diskriminierung wegen sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität. In der Praxis wird das selten durchgesetzt, und die gesellschaftliche Akzeptanz bleibt gering. Die Pride-Party und die Filmabende sind die einfachste Gelegenheit, die Community der Stadt kennenzulernen.
Häufige Fragen zum CSD Ulaanbaatar
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