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Die Geschichte der LGBTQ+-Rechte in Russland ist geprägt von Unterdrückung und mutigem Widerstand. Homosexualität wurde 1993 entkriminalisiert, was den Grundstein für erste öffentliche Aktivitäten legte. Bereits 2006 organisierte Nikolai Alexejew den ersten Moscow Pride, eine Demonstration zum Jahrestag der Entkriminalisierung. Die Veranstaltung vom 27. Mai startete am Moskauer Hauptpostamt und sollte zum Lubjanka-Platz führen, wurde jedoch von der Polizei brutal aufgelöst. Ähnliche CSD-Versuche in den Jahren 2007 und 2008 endeten mit homophoben Attacken von Rechtsextremen und Orthodoxen, die die Aktivisten attackierten.

2009 gelang es durch eine kurzfristige Verlegung, Angriffe zu verhindern, und der Slavic Pride brachte Aktivisten aus Belarus und Russland zusammen. Trotz wiederholter Verbote – Moskau untersagte 2012 sogar für 100 Jahre – kämpfte Alexejew vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Die Pride-Bewegung symbolisiert den Kampf gegen staatliche Repressionen, die mit dem 'Anti-Propaganda-Gesetz' von 2013 eskalierten. Dieses Verbot von 'Homo-Propaganda' für Minderjährige machte öffentliche Pride-Events unmöglich und führte zu Zensur und Verhaftungen.

Aus deutscher Perspektive wird Russland oft als Hort der Homophobie gesehen. Beim Berliner CSD 2012 marschierten Tausende zur russischen Botschaft, warfen Konfetti und kritisierten die Verfolgung. Volker Beck wurde bei einem Versuch in Moskau verprügelt, was die Solidarität mit russischen Aktivisten stärkte. Heute eskaliert die staatliche Gewalt: Im Pride-Monat Juni 2023 wurden LGBTQ+-Veranstaltungen massiv unterdrückt. Dennoch existiert eine underground Pride-Bewegung, die über Online-Plattformen und private Events weiterlebt. Die russische queere Community fordert ein neues Denken, inspiriert von Perestroika-Zeiten, doch in einer homophoben Gesellschaft bleibt Stolz ein Akt des Überlebens.