Mai 2026
Juni 2026
Juli 2026
August 2026
Die Pride-Bewegung in der Schweiz hat eine reiche Geschichte, die mit dem ersten Christopher Street Day (CSD) am 24. Juni 1978 in Zürich begann. Organisiert von der Schweizerischen Organisation der Homophilen (S.O.H.), protestierten rund hundert Teilnehmer auf dem Platzspitz gegen die Homosexuellenregister und forderten die Angleichung des Schutzalters. Dies war der erste CSD in Europa und markierte den Auftakt zu einer langen Tradition des queeren Aktivismus.
In den folgenden Jahren breiteten sich CSD-Veranstaltungen aus: 1979 in Bern, 1980 in Basel, 1981 in Lausanne. Die 1980er waren von der AIDS-Krise geprägt, die viele CSDs zu Gedenk- und Kampfevents machte. Nach einer Pause folgte 1994 die Wiederaufnahme in Zürich durch den Verein '25 Jahre Stonewall', der zu einem mehrtägigen Programm mit Filmfestivals, Partys und Stadtführungen aufrief. Seit 1995 organisiert der Verein CSD Zürich jährlich den Umzug, der sich zum Zurich Pride Festival entwickelte – besonders nach der EuroPride 2009 mit 50.000 Teilnehmern.
Heute zählen Zürich, Basel und Genf zu den Highlights. Der Zurich Pride zieht Zehntausende an, mit Reden auf dem Helvetiaplatz, Umzügen durch die Innenstadt und Festen auf dem Zeughausareal. Neuere Prides wie Bern Pride (seit 2023 mit 10.000 Teilnehmern), St. Gallen Pride (2023 mit 2500) oder die Rüebli-Pride im Aargau (2024) zeigen die landesweite Verbreitung. Grenzüberschreitend findet in Kreuzlingen/Konstanz alle zwei Jahre ein Event statt.
Aus deutscher Perspektive ist die Schweiz ein Vorbild: Vollständige Ehegleichstellung seit 2022, Schutz vor Diskriminierung und hohe Akzeptanz. Dennoch fordern CSDs weiterhin Inklusion für Trans- und BIPoC-Personen. Die Bewegung hat sich von Protest zu Feier entwickelt, bleibt aber politisch – ein Symbol für sichtbare queere Präsenz in einer der progressivsten Nationen Europas.