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Über Bari
Bari hat eine Pride-Geschichte mit langen Pausen. Die Stadt richtete schon früh einmal den nationalen Pride Italiens aus, danach blieb es auf der Straße vierzehn Jahre lang still. Erst als der Puglia Pride zurückkam, lief wieder eine Parade durch das Zentrum. Das Motto damals hieß „Differenti per uguali diritti“, verschieden, aber mit gleichen Rechten. Im Mittelpunkt standen Regenbogenfamilien, deren Kinder nach dem Gesetz über eingetragene Partnerschaften rechtlich weiter in der Luft hingen. Katholische Gruppen meldeten zur selben Zeit eine Gegenprozession an.
Heute organisiert ein Koordinierungsbündnis den Bari Pride. Es besteht aus Vereinen, Kulturinitiativen, Studierendengruppen, Gewerkschaften und Parteien. Die Parade findet in der Regel im Juni statt. Bei einer der letzten großen Ausgaben startete sie am Nachmittag an der Piazza Umberto vor der Universität und endete an der Piazza della Libertà zwischen Präfektur und Rathaus, wo der Abend mit einem Fest auf dem Platz ausklang. Die Veranstalter zählten damals mindestens zehntausend Teilnehmende. Der Bürgermeister sprach auf der Kundgebung und erinnerte an zwanzig Jahre Pride in Apulien.
Das Bündnis ist auch außerhalb der Pride-Saison aktiv. Als das Antidiskriminierungsgesetz „ddl Zan“ im Senat scheiterte, rief es zu einer Kundgebung auf, die rund 25 Organisationen unterstützten, darunter Agedo Puglia, der Elternverband für queere Kinder, Amnesty Bari, die Gewerkschaft CGIL und Rete Lenford. Vertreter von Stadt und Region kamen dazu.
Arcigay Bari, der lokale Ableger des größten italienischen LGBTIQ-Verbands, war zeitweise inaktiv und wurde mit neuem Vorstand wiederbelebt. Auf der Agenda standen eine Anlaufstelle für LGBTIQ-Fragen im Rathaus, Schulungen für die Verwaltung und ein Projekt für die Arbeitsmarktintegration von trans Menschen.
Rechtlich gilt in Italien: Gleichgeschlechtliche Paare können eine eingetragene Lebenspartnerschaft (unione civile) eingehen, die der Ehe in den meisten Punkten gleichsteht, etwa bei Erbe und Rente. Die Ehe selbst und die gemeinsame Adoption bleiben ihnen verwehrt. Ein bundesweites Gesetz gegen Hassverbrechen aus Homo- und Transfeindlichkeit gibt es nicht.
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