Der EuroPride 2027 findet in Turin statt, 2026 war Amsterdam an der Reihe. Alle Gastgeberstädte der EPOA-Ausgabe im Überblick.
Die EuroPride ist ein wandernder Großevent der queeren Bewegung: Jedes Jahr darf eine andere europäische Stadt das Festival ausrichten, das in seiner Wurzel auf den Christopher Street Day zurückgeht. Vergeben wird der Titel seit 1992 von der European Pride Organisers Association (EPOA), einem Verband europäischer Pride-Organisationen. Die Gastgeberstadt stellt anschließend ein ein- bis zweiwöchiges Programm auf die Beine, dessen Höhepunkt eine große Parade bildet. Drumherum gibt es Konferenzen, kulturelle Veranstaltungen, Partys und Treffen der Community.
Wie wird die EuroPride-Stadt ausgewählt?
Interessierte Städte bewerben sich aktiv um die Ausrichtung. In ihrer Bewerbung legen sie dar, wie ihr Programm aussehen soll, welche Infrastruktur sie mitbringen und wie ernst es ihnen mit dem Einsatz für LGBTQ+-Rechte ist. Über die Gewinnerstadt stimmen dann die EPOA-Mitglieder ab, meist mehrere Jahre im Voraus. Dass die EuroPride immer wieder an Orte in Ländern mit umstrittener Rechtslage geht, ist kein Zufall, sondern politische Absicht: Lokale Bewegungen sollen gestärkt und internationale Aufmerksamkeit erzeugt werden.
EuroPride und WorldPride: ein Sonderfall
Manchmal fallen zwei der größten queeren Festivals der Welt zusammen. Findet die WorldPride in einem europäischen Land statt, übernimmt die Gastgeberstadt nach gängiger Praxis im selben Jahr zusätzlich den EuroPride-Titel. So war es 2012 in London, 2017 in Madrid und 2021 in Kopenhagen. 2026 trifft genau dieser Fall wieder ein: Amsterdam vereint beide Titel unter einem Dach.
Vergangene und kommende EuroPride-Events
Ausgaben vor 2016: 1992 London · 1993 Berlin · 1994 Amsterdam · 1996 Kopenhagen · 1997 Paris · 1998 Stockholm · 2000 Rom · 2001 Wien · 2002 Köln · 2003 Manchester · 2004 Hamburg · 2005 Oslo · 2006 London · 2007 Madrid · 2008 Stockholm · 2009 Zürich · 2010 Warschau · 2011 Rom · 2012 London · 2013 Marseille · 2014 Oslo · 2015 Riga. Sie liegen vor dem Beginn unseres Terminkalenders und haben deshalb keine eigene Seite.
In den Jahren 1995 und 1999 gab es keine EuroPride. 2020 fiel die für Thessaloniki geplante Ausgabe der Pandemie zum Opfer — an ihrer Stelle stand das digitale Global Pride, und Thessaloniki richtete 2024 aus. 2028 geht EuroPride erstmals nach Irland: Limerick und Clare tragen sie vom 4. bis 13. August 2028 gemeinsam als „West of Ireland" aus — weil dahinter keine einzelne Stadt steht, führt der Kalender sie nicht.
Was die EuroPride von einem lokalen CSD unterscheidet
Größer ist sie ohnehin. Entscheidender ist aber die Reichweite: Die EuroPride versammelt queere Menschen und Verbündete aus ganz Europa an einem Ort. Wer schon einmal bei den größten CSD-Paraden dabei war, kennt das Gefühl von Masse und Aufbruch, doch die EuroPride hebt es auf eine kontinentale Ebene. Sie spült der Gastgeberstadt Besucherinnen und Besucher in den Hotels, Lokalen und auf den Plätzen, und sie zieht Medien aus aller Welt an.
Für Städte in Ländern mit weniger fortschrittlicher Rechtslage kann die Ausrichtung zum Hebel werden. Öffentliche Debatten kommen in Gang, lokale Organisationen gewinnen an Rückhalt, und es wird sichtbar, dass Pride überall in Europa seinen Platz hat. Ein Festival mit politischem Auftrag also, nicht bloß eine Party.
EuroPride als Reiseziel
Wer das Festival besuchen möchte, plant am besten früh. Hotels in der Gastgeberstadt sind während der Pride-Wochen schnell ausgebucht, gerade rund um die Paradentage. Ein Blick auf queere Reiseziele und Hotspots hilft bei der Vorbereitung, und für die Abende vor Ort lohnt der Überblick über die Party-Städte. Wann und wo die nächsten Termine anstehen, sammelt unser CSD- und Pride-Kalender weltweit – inklusive der EuroPride-Ausgaben der kommenden Jahre.
Häufige Fragen
Zuletzt geprüft: 19. August 2026