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WorldPride ist die größte queere Feier der Welt – vergeben von InterPride, alle paar Jahre an eine neue Stadt. Geschichte, Auswahlverfahren und der Blick auf Amsterdam 2026 und Kapstadt 2028.
WorldPride ist das größte Pride-Event der Welt. Getragen wird es von InterPride, dem internationalen Dachverband der Pride-Veranstalter, der den Titel alle paar Jahre per Mitgliederabstimmung an eine Gastgeberstadt vergibt. Für einige Tage wird diese Stadt zum Treffpunkt queerer Menschen aus aller Welt: mit einer riesigen Parade, Konzerten, einer Menschenrechtskonferenz und einem kulturellen Programm, das weit über das hinausgeht, was eine reguläre Pride sonst auf die Beine stellt.
Eine kurze Geschichte
Beschlossen wurde die Idee 1997 auf der InterPride-Generalversammlung in New York. Drei Jahre später, im Jahr 2000, fand der erste WorldPride in Rom statt und zog schätzungsweise eine Million Menschen in die italienische Hauptstadt – trotz lautstarken Widerstands aus dem Vatikan. Damit war das Format gesetzt.
Seitdem wanderte WorldPride über die Kontinente: Jerusalem (2006), London (2012), Toronto (2014), Madrid (2017), New York City (2019), Kopenhagen und Malmö (2021) sowie Sydney (2023). Manche dieser Ausgaben blieben besonders in Erinnerung. In Jerusalem war allein die Durchführung ein mutiges Bekenntnis zu queerer Sichtbarkeit in einer politisch hochsensiblen Region. Torontos WorldPride 2014 galt als das größte Pride-Event der kanadischen Geschichte. Und New York 2019, das mit dem 50. Jahrestag der Stonewall-Aufstände zusammenfiel, zog geschätzte fünf Millionen Menschen an – eine der größten queeren Versammlungen überhaupt.
Wie eine Stadt WorldPride wird
Anders als der heimische CSD, der lokal organisiert wird, lässt sich der WorldPride-Titel nicht einfach ausrufen. InterPride hält die Markenrechte und vergibt sie über ein Bewerbungsverfahren. Interessierte Pride-Organisationen reichen ein Bid ein, stellen ihr Konzept auf der jährlichen Weltkonferenz vor, und am Ende entscheiden die Mitglieder per Abstimmung. Wer die Mehrheit holt, erhält eine Lizenz – verbunden mit klaren Auflagen, etwa der Verpflichtung, eine internationale Menschenrechtskonferenz auszurichten.
Dieser demokratische Modus ist mehr als Formalität. Er sorgt dafür, dass der Zuschlag immer auch ein politisches Signal ist. Kapstadt etwa setzte sich für 2028 durch und holt WorldPride damit erstmals nach Afrika.
Kommende WorldPride-Events
- 2025 – Washington, D.C., USA: Vom 23. Mai bis 8. Juni 2025 war die US-Hauptstadt Gastgeberin, mit Events rund um die National Mall. Ein bewusstes Zeichen im politischen Zentrum des Landes.
- 2026 – Amsterdam, Niederlande: Vom 25. Juli bis 8. August 2026 kommt WorldPride nach Amsterdam, gekoppelt an die EuroPride. Die Niederlande legalisierten 2001 als erstes Land weltweit die gleichgeschlechtliche Ehe und feiern damit ein rundes Jubiläum. Herzstück bleibt die berühmte Canal Parade auf den Grachten, die am 1. August 2026 durch die Stadt zieht.
- 2028 – Kapstadt, Südafrika: Der erste WorldPride auf dem afrikanischen Kontinent. Südafrika verankerte als bislang einziges afrikanisches Land den Schutz queerer Menschen in der Verfassung und öffnete die Ehe bereits 2006. Die Wahl lenkt internationale Aufmerksamkeit auf die Lage von LGBTQ+-Menschen in einer Region, in der queeres Leben vielerorts kriminalisiert wird.
WorldPride 2026 in Amsterdam im Detail
Zwei Wochen, ein Programm, das die ganze Stadt umfasst – die Amsterdamer Ausgabe ist großzügig getaktet. Den Auftakt macht am 25. Juli der traditionsreiche Pride Walk vom Dam zum Vondelpark, gefolgt vom Pride Park als zentralem Festivalort. In der zweiten Woche verschiebt sich der Schwerpunkt zur Human Rights Conference und zum WorldPride Village.
Das Wochenende vom 31. Juli bis 2. August ist der Höhepunkt. Auf die Straßenpartys folgt am Samstag die Canal Parade, bei der dekorierte Boote stundenlang durch die Grachten schippern. Den Abschluss bildet am Sonntag die Grand Finale Party auf dem Dam. Die Veranstalter rechnen mit über einer Million Besucher:innen und Delegationen aus mehr als 80 Ländern. Wer plant, früh anzureisen: Unterkünfte in der Innenstadt sind in solchen Wochen rar.
Was WorldPride besonders macht
Globale Reichweite – das unterscheidet WorldPride von jeder anderen Pride. Die Gastgeberstadt zieht queere Menschen aus Dutzenden Ländern an, darunter viele, in denen offen zu leben gefährlich oder strafbar ist. Genau für diese Stimmen schafft die begleitende Menschenrechtskonferenz eine Bühne, von der Entkriminalisierung über trans Rechte bis zum Schutz queerer Geflüchteter.
Der wirtschaftliche Effekt ist beträchtlich; Gastgeberstädte berichten regelmäßig von dreistelligen Millionenbeträgen an Besucherausgaben. Wichtiger aber bleibt das kulturelle Gewicht. Für ein paar Tage richtet sich die Aufmerksamkeit der Welt auf queere Rechte – und genau das war von Rom 2000 an der Punkt. Wer das nächste Großereignis live erleben will, findet im weltweiten CSD- und Pride-Kalender die passenden Termine, und queere Reiseziele für die Planung drumherum.