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Über Tucson
Die Pride-Geschichte von Tucson beginnt mit einem Todesfall. Richard Heakin, ein junger Mann aus Nebraska, besuchte einen Freund in der Stadt und wurde beim Verlassen der Bar Stonewall Tavern von vier Jugendlichen zu Tode geprügelt. Die Täter wurden als Jugendliche verurteilt und kamen mit Bewährung davon. Die Wut über dieses Urteil gab den Anstoß, sich zu organisieren. Im Jahr darauf lud die Tucson Gay Coalition zu einem Gay Pride Festival mit Gedenkpicknick ein. Daraus wuchs die Tucson Lesbian and Gay Alliance, besser bekannt als Tucson Pride, die sich selbst als älteste LGBTQ-Organisation Arizonas verstand.
Wie in Phoenix fand die Pride in Tucson nie im Juni statt, weil der Sommer in der Sonora-Wüste schlicht zu heiß ist. Über viele Jahre lag das Fest im Oktober, später wurde es in den Spätwinter verlegt. Unter dem Namen Pride in the Desert gab es ein Festival mit Bühnenprogramm und Ständen, dazu eine Parade, die irgendwann bewusst vom Abend in den Tag verlegt wurde: Man wollte nicht den Eindruck erwecken, die Community verstecke sich im Dunkeln. Mit der Zeit bekam das Fest einen deutlich familienfreundlichen Zuschnitt.
Diese Tradition ist ins Stocken geraten. Nach Geldsorgen, Problemen mit Genehmigungen und dem Verlust des Gemeinnützigkeitsstatus hat der Vorstand von Tucson Pride beschlossen, die Organisation aufzulösen und das geplante Festival abzusagen. Als Grund nannte er auch, dass Sponsoren und Spender landesweit zurückhaltender geworden sind.
Ganz ohne Pride blieb Tucson trotzdem nicht. Nach der Auflösung organisierte die Community kurzfristig eine kostenlose Pop-up-Pride auf dem Campus der University of Arizona. Wer eine Reise plant, sollte sich deshalb vorher über lokale Kanäle informieren, ob und wann es eine Pride gibt und wer sie ausrichtet. Daneben gibt es mit Southern Arizona Senior Pride eine eigenständige Gruppe, die sich um ältere queere Menschen in der Region kümmert.
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