Termin 2027
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Über Santiago
Die Marcha del Orgullo in Santiago de Chile gehört zu den größten Pride-Demonstrationen Lateinamerikas. Nur die Märsche in Mexiko-Stadt und Buenos Aires gelten in Hispanoamerika als größer. Zuletzt kamen nach Angaben der Veranstalter mehr als 100.000 Menschen in die Innenstadt.
Die Wurzeln reichen in die späten 1990er-Jahre zurück. Damals zog die sogenannte Marcha de los paraguas durch die Stadt, der „Regenschirmmarsch“. Der Name spielt auf eine abfällige chilenische Redewendung für Homosexuelle an. Kurz darauf folgte der erste Marsch gegen Diskriminierung mit rund 600 Teilnehmenden. Mit den Jahren wuchs die Demonstration stark und breitete sich auch nach Valparaíso und Concepción aus.
Aufgerufen wird heute vor allem von der Organisation Movilh, dem Movimiento de Integración y Liberación Homosexual, und der Fundación Iguales. Der Marsch findet im Juni statt. Treffpunkt ist üblicherweise die Plaza Baquedano, von dort geht es über die Alameda, die große Achse der Innenstadt, nach Westen am Präsidentenpalast La Moneda vorbei.
Die Marcha ist Fest und politische Demonstration zugleich. Zu den Forderungen gehörten zuletzt eine Reform des Antidiskriminierungsgesetzes, das in Chile nach Daniel Zamudio benannt ist, und Sanktionen gegen Hassrede. Zamudio war ein junger Mann, der in Santiago aus Homophobie ermordet wurde; sein Tod prägt die Debatte bis heute.
Wer nach dem Marsch weiterfeiern will, findet im Viertel Bellavista rund um die Straße Bombero Núñez die meisten queeren Bars und Clubs der Stadt.
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