Juni 2026
Boston Pride wird heute von der ehrenamtlich geführten Organisation Boston Pride For The People getragen, die bewusst auf Vielfalt und die Sichtbarkeit von Communities of Color setzt. Massachusetts war der erste US-Bundesstaat, der die gleichgeschlechtliche Ehe einführte, und Boston blickt auf eine der am längsten etablierten queeren Organisationsstrukturen im Nordosten der USA zurück. Eng verbunden mit der Bostoner Szene ist die Erinnerung an Rita Hester, eine Schwarze Transfrau, deren Tod in Allston zur Gründung des Transgender Day of Remembrance beitrug – ein Anlass, der die Community bis heute prägt.
Ganz anderen Charakter hat die Feier an der Spitze von Cape Cod: Provincetown lebt queeres Leben so alltäglich, dass sich ein offizielles Pride-Event erst spät etablierte – die Szene brauchte lange keine Parade, um sichtbar zu sein. Getragen wird das Programm von der Provincetown Business Guild, die zugleich das weitaus ältere Carnival ausrichtet, eine bunte Kostümparade mit jährlich wechselndem Motto, die zu den größten LGBTQ-Festen der gesamten Ostküste zählt.
Um Carnival und Pride herum hat sich in Provincetown ein ganzer Kalender thematischer Wochen entwickelt: Bear Week bringt die Bären-Community zusammen, Women's Week geht auf eine Initiative lesbischer Pensionsbesitzerinnen zurück, und Fantasia Fair zählt zu den ältesten Trans-Veranstaltungen der USA überhaupt. Diese Dichte an Formaten macht Massachusetts zu einem Bundesstaat, in dem sich urbane Pride-Kultur und die besondere, fast dörfliche Offenheit eines Ferienorts ergänzen.