Mai 2026
Juni 2026
St. Louis feiert seine Pride mit dem PrideFest, getragen von der gemeinnützigen Organisation Pride St. Louis. Die Wurzeln reichen zurück auf ein Lesbian & Gay Pride Celebration Committee, das einen ersten „Walk for Charity“ vom Lindell Boulevard im Central West End bis zum Campus der Washington University organisierte. Aus dieser Graswurzelbewegung wurde ein zweitägiges Festival mit großer Parade und hunderten Festwagen, das nach eigenem Selbstverständnis explizit auch Verbündete willkommen heißt.
Neben dem großen PrideFest hat sich mit Tower Grove Pride ein zweites, unabhängiges Festival etabliert. Es begann als kleine Nachbarschaftsveranstaltung im Tower Grove Park und legt bewusst einen Schwerpunkt auf soziale Gerechtigkeit für Gruppen, die in der Community sonst leicht übersehen werden – eine bewusste Ergänzung zum größeren, kommerzielleren Festival.
In Kansas City reicht die Tradition der Pride-Parade noch weiter zurück: Die Aktivistin Lea Hopkins gilt als treibende Kraft hinter der ersten Parade der Stadt. Heute steht KC PrideFest unter der Schirmherrschaft mehrerer Community-Organisationen, während die Stadtverwaltung sich selbst offiziell als LGBTQ+-inklusive Stadt versteht. Die Stadt selbst würdigt diese Geschichte inzwischen mit einer eigenen städtischen Anerkennung als LGBTQ+-inklusive Kommune. Damit zeigt Missouri zwei sehr unterschiedliche Großstädte, die ihre Pride-Geschichte jeweils eigenständig geschrieben haben und dabei auf ganz verschiedene Trägerstrukturen setzen: in St. Louis eine klassische Non-Profit mit unabhängigem Gegenfestival, in Kansas City ein enges Zusammenspiel von Community-Organisationen und Stadtverwaltung.