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Rheinland-Pfalz verteilt seine Christopher Street Days auf mehrere Städte, wobei Mainz als Landeshauptstadt traditionell den größten Umzug ausrichtet. Die Veranstaltung dort ist zugleich Demonstration und Straßenfest und zieht regelmäßig ein Publikum an, das deutlich über die queere Community hinausreicht. Kleiner, aber mit ähnlicher Doppelfunktion aus politischem Protest und gemeinsamem Feiern, veranstaltet auch Trier einen eigenen CSD.
Getragen werden die Umzüge von lokalen Bündnissen, die jedes Jahr ein eigenes Motto ausgeben und damit auf aktuelle gesellschaftliche Debatten reagieren, von Diskriminierungserfahrungen bis zu rechtlichen Fragen der Gleichstellung. Über das für Vielfalt zuständige Ministerium ist in beiden Städten zudem die Landesregierung sichtbar eingebunden, was die CSDs in Rheinland-Pfalz von rein zivilgesellschaftlich organisierten Veranstaltungen anderswo unterscheidet.
Über Mainz und Trier hinaus gibt es in der Pfalz kleinere, informellere Treffen, die von regionalen Gruppen organisiert werden und sich an Menschen aus der weiteren Umgebung richten, etwa aus Ludwigshafen, Neustadt, Landau, Germersheim oder Speyer. Einen eigenen CSD ersetzen diese Angebote nicht. Sie zeigen aber, dass queeres Engagement in Rheinland-Pfalz nicht auf die beiden großen Städte beschränkt ist. Koordiniert wird ein Teil dieser Vernetzung über QueerNet Rheinland-Pfalz, das als Dachverband queerer Vereine und Initiativen im Land auftritt und die einzelnen Städte und Regionen stärker aufeinander abstimmt, als es einzelne CSD-Bündnisse allein leisten könnten.